Schimmelpilz - Was ist zu tun? - my-maler.ch
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Schimmelpilz – Was ist zu tun?

Wenn man Schimmel sieht oder hört, dass man welchen hat, muss man nicht direkt in Panik ausbrechen, jedoch sollte dieser auch nicht unterschätzt werden.

Nachfolgend zeige ich Ihnen, worauf zu achten ist und wie man Schimmel wieder losbekommt. Und Sie sind nicht allein, denn ca. jeder 4. Haushalt kennt dieses Problem.

 

Was ist Schimmel

Die Schimmelpilzsporen selbst befinden sich bei jedem von uns in der Luft, was bis dahin auch noch kein Problem darstellt, da es ein Stück Natur und äusserst wichtig ist, u.a. zum Zersetzen von biologischen Bestandteilen. Erst wenn die Pilzsporen einen Nährboden auf einer Oberfläche wie Fassaden oder Zimmerwände und -decken finden, entwickelt sich der eigentliche Schimmelpilz.

Die eigentlichen Pilzfäden (Hyphens und Myzels) sind so fast nicht mit blossem Auge sichtbar. Erst wenn sie Fruchtkörper in Form von Sporen bilden, kann man den eigentlichen Pilz erkennen. Dabei ist der Schimmelpilzbefall in der Regel durch Verfärbungen an der Oberfläche und/oder durch einen muffigen, modrigen Geruch erkenn- und wahrnehmbar.

Es handelt sich dabei aber nicht nur um Pilzsporen, sondern um eine Ansammlung von Pilzsporen, Bakterien und Hefepilzen. Um welche Art es sich dabei letztendlich genau handelt, kann nur mittels einer Abklatschprobe und anschliessender Analyse im Labor festgestellt werden. Es gibt schätzungsweise über 250`000 Arten.

 

 

Entstehung, Voraussetzung und Auswirkung auf Gesundheit

Wie alle Pilze benötigt auch der Schimmelpilz einen Nährboden und ein feuchtwarmes Klima, damit er sich niedersetzen und wachsen kann. Durch den Wasserdampf, den Sie täglich in Ihren eigenen Wänden produzieren (siehe nachfolgender Infografik), steigt die Luftfeuchtigkeit an und an kälteren Decken und Wänden kühlt so die warme Raumluft ab und kann weniger Feuchtigkeit absorbieren.

Die Folge: Es kommt zu Kondenswasserbildung auf der Oberfläche und in Zusammenspiel mit der warmen Temperatur und luftgeschützten Bereichen (z.B. Ecken und hinter Möbeln usw.) kann der Schimmelpilz entstehen und sich ausbreiten.

Dabei ist Achtung geboten! Es kann auch ein Wasserschaden vorliegen oder aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk (meistens Kellerräume) kann die Ursache sein. Daher sollte immer ein Fachmann beigezogen werden. Insbesondere wenn eine sehr schnelle Ausbreitung stattfindet und Sie vorher nie Probleme hatten.

Gesundheitlich ist der Beginn des Schimmelwachstums noch keine Gefahr für gesunde Menschen. Zu den Risikogruppen gehören allerdings Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit Allergien.

Die häufigsten Auswirkungen auf Schimmelpilze sind dabei Reizungen der Haut, Augen, Mundschleimhäute und Atemwege, sowie allergische Reaktionen. Bei vorbelasteten Personen und Personen mit geschwächtem Immunsystem kann es zudem zu Bronchitis, Asthma, Lungenentzündungen und Aspergillose kommen oder diese verstärken.

Dabei birgt aber nicht nur der Schimmel die Gefahr, sondern auch die Bakterien auf dem Befall und der Raumluft, die sich durch die vorgefundenen Gegebenheiten ebenfalls vermehren.

Vorgehen bei Verdacht auf Schimmelpilz

Zunächst sollte man die betroffenen Stellen mit Augenschein begutachten. Das Bundesamt für Gesundheit hat den Schimmelpilzbefall dazu in drei Kategorien von 0 – 2 eingeteilt, damit Sie wissen was zu tun ist und wie Sie handeln müssen.

Kategorie 0     

Merkmale: Spuren von oberflächlichem Bewuchs mit einer Ausdehnung von 10 x 10 cm.

Beurteilung: Gesundheitlich und bauphysikalisch unproblematisch.

Empfehlungen: Die Spuren können ohne gesundheitliche Bedenken mit Wasser und Haushaltsreiniger entfernt werden.

Allenfalls die Stellen im Anschluss desinfizieren.

Kategorie 1     

Merkmale: Oberflächiger Bewuchs oder Stockflecken an einer Stelle in nur einem Raum bis 0.50 m2 oder 70 x 70 cm.

Beurteilung: Gesundheitlich inakzeptabel. Bauphysikalisch ist es wenig problematisch, kann sich aber verschlechtern.

Empfehlungen: Wurden die Tipps richtig angewendet? Gefährdete Personen sollten Ihren Arzt kontaktieren.

Der Schimmelpilzbefall sollte fachgerecht saniert werden, dazu gehört:

  • Ursachenanalyse, damit nicht nur die Symptome bekämpft werden.
  • Feuchte Materialien trocknen oder rückbauen.
  • Schimmelpilzbewuchs fachgerecht vollständig entfernen.

 

Kategorie 2     

Merkmale: Bewuchs / Stockflecken an einer oder an mehreren Stellen über 0.50 m2 oder 70 x 70 cm

Sehr dichter und flächiger Bewuchs.

Schimmelpilz in tieferen Schichten oder Baustoffen.

Beurteilung: Gesundheitlich inakzeptabel.

Bauphysikalisch ist es meistens problematisch und abzuklären.

Empfehlungen: Handeln ist angesagt, um weitere Folgeschäden zu vermeiden.

Gefährdete Personen sollten Ihren Arzt kontaktieren.

Räume mit starkem Bewuchs sollten bis zur Sanierung nicht benutzt und geschlossen werden.

Der Schimmelpilzbefall sollte fachgerecht saniert werden, dazu gehört:

  • Ursachenanalyse unter Einhaltung der SUVA-Vorschriften, damit nicht nur die Symptome bekämpft werden.
  • Feuchte Materialien rückbauen bis zum intakten Untergrund.
  • Schimmelpilzbewuchs fachgerecht vollständig entfernen.

 

Fachgerechte Beseitigung

Kleine Spuren wie unter Kategorie 0 beschrieben, können Sie dabei mit normalen Haushaltsreiniger leicht selbst entfernen. Bei rauen Untergründen, wo eventuell nicht alles restlos entfernt werden kann, sollte anschliessend noch mit Alkohol, Chlor oder Essig desinfiziert werden.

Bei den Kategorien 1 und 2 sollten Sie, bevor es fachgerecht gereinigt wird, immer eine Ursachen-Analyse machen. Der Schimmelpilzbefall ist immer nur ein Symptom, aber nicht die Auswirkung. Und nur wenn Sie diese kennen, kann nachhaltig saniert werden.

Bei einer Analyse werden dabei die Parameter wie Raumtemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Oberflächentemperaturen von betroffenen und gesunden Stellen genommen, aber auch Aussentemperatur und die Temperatur aller übrigen Räume.  Auch bauphysikalische Mängel im betroffenen Bereich und der übrigen Gegebenheiten im Innen- und Aussenbereich werden durch Augenschein aufgenommen. Mit diesen ermittelten Daten können wir dann eine fundierte Analyse erstellen, damit der Schimmelpilz langfristig beseitig werden kann und so zu einem gesunden Wohnraumklima führt.

Aber Achtung! Vorschnelle Aussagen vor Ort sind wenig seriöse Ursachen-Analysen, da erst mit allen Parametern und einer genauen Auswertung fachgerechte Aussagen getroffen werden können.

Nachdem die Ursachen ermittelt wurden, kann die eigentliche Sanierung vorgenommen werden. Dabei kann ich hier keine einheitliche Aussage treffen, denn es gibt so viele Arten von Schimmelpilz, und so unterschiedlich sind auch die Sanierungsansätze. Die Sanierung reicht von einer einfachen Reinigung und anschliessender Desinfektion, bis hin zum Rückbau oder Aufbringen einer Isolationsschicht.

Wichtig ist aber!

Im ersten Schritt sollte der Schimmelpilzbefall immer gereinigt und desinfiziert werden. Dabei sind auch bei grösserem Befall die betroffenen Stellen von den gesunden Räumen vorher zu trennen, damit keine Kontamination der übrigen Raumluft stattfindet. Dies wird in der Regel mit einer Schwarz-Weiss-Trennung (Stellen von Staubwänden) und Absaugung der befallenen Raumluft mit einer Abführung nach aussen gewährleistet.

Anschliessend sollten allfällige betroffenen organische Untergründe (Nährboden) wie Tapeten oder obere Putzschichten entfernt und fachgerecht entsorgt werden. Vor der eigentlichen Sanierung sollten die Oberflächen gegebenenfalls erst ausgetrocknet werden und befallene Möbel auf eine Weiterverwendung geprüft werden.

Daraufhin kann der eigentliche Aufbau und die Instandstellung stattfinden, wo immer die Überlegung der Ursachen aus der Analyse mit einfliessen sollte.

So kann auch nachhaltig saniert werden, damit wir uns wieder wohlführen. Denn wo sonst, wenn nicht in unseren eigenen vier Wänden.

Vorbeugung ist besser als Sanieren

So ist es auch besser, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Der erste und wichtigste Tipp von mir ist, lassen Sie den Schimmelpilz erst gar nicht so weit wachsen und reagieren Sie gleich, wenn Sie einen Befall feststellen.

Zudem kann schon ein einfaches Raumthermometer mit integriertem Hydrometer eine gute Kontrolle sein, ob die Raumluft optimal beheizt und die Feuchtigkeit im nicht-kritischen Bereich unter 50% liegt. Dies gelingt indem man richtig stosslüftet. Allenfalls können so geänderte Massnahmen ergriffen werden und ein Bewusstsein geschaffen werden, wieviel Feuchtigkeit Sie im Normalfall produzieren. Zudem sollten kritische Bereiche, oder wenn Sie wissen, dass schlecht isolierte Wände vorliegen, diese freigehaltenwerden und kleinere Möbel sollten mindestens 10 cm von der Wand entfernt aufgestellt werden.

So und mit einem gesunden Augenmass können die meisten Schimmelpilzsanierungen schon vermieden werden.

Ich hoffe, wir konnten Ihnen eine Anleitung geben und Ihnen so ein wenig den Schrecken und die Angst vor dem Schimmel nehmen, denn meist ist es weniger schlimm als angenommen.

Zum Schluss noch. Wir haben hier weitestgehend bewusst auf Fotos verzichtet, damit man den Blogbeitrag zu jeder Tageszeit lesen kann und sich nicht ständig ekeln muss 😉. Wir hoffen, dass Ihnen unser Beitrag wieder gefallen hat und wir Ihnen so ein paar nützliche Tipps geben konnten.

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite. Selbstverständlich können wir Ihnen auch eine fundierte Sanierung und eine vorausgehende Analyse anbieten.

Daniel Wildensee, eidg. dipl. Malermeister
Inhaber von my-maler.ch gmbh